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Georg Britting
Sämtliche Werke 
- Frühe Werke -   Band 1   Seite 79
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Teestunde

Der Spiegelschrank ist braun und rot lackiert, 
Sehr alte Stiche gilben an den Wänden. 
Mein Bursche kommt mit aufgesprungnen Händen –
Du lieber Gott, wie der den Tee serviert!

Ich werde rot und fühle mich geniert. 
Die Schäfer in der Etagerenecke 
Und auch die Putten an der stucknen Decke, 
Sie lächeln Hohn und blicken sehr pikiert.

Er ist darob nur wenig irritiert. 
Ihm ist es gleich, was sie für Fratzen machen, 
Und seine ungewichsten Stiefel krachen 
Auf dem Parkett, daß Glas und Spiegel klirrt.

Der würdige Marquis, der, wohlfrisiert, 
Aus goldnem Rahmen mein Souper betrachtet, 
Erschrickt nicht schlecht, als ihn, ganz ungeachtet 
Des Marquisats, mein Bursche arretiert.

An seine Stelle hängt er ungerührt 
Mein Lederzeug und meine alte Mütze. 
Und den Marquis, daß er noch etwas nütze, 
Hat er als Teetablett sich engagiert.

[1917]
 
 
 
 

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