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Georg Britting
Sämtliche Werke 
- Gedichte aus den zwanziger Jahren -   Band 1   Seite 543
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Feuer hinter den Pferden

Ein Schimmel, milchweiß mit roten Nüstern, 
Hob den Kopf gegen den Wind.
Alle andern waren noch taub und blind 
Für den dünnen Rauch, das dünne Flüstern

Im Gras.  Nur ein schwarzes Fohlen rollte die Augen groß,
Stellte die Beine schräg und galoppierte eine kurze Strecke.
Am Horizont eine Wolke wie eine Schnecke
Schickte die Fühler aus wie Stricke Rauchs, wie dunstige, verknäulte Lassos.

Dann war es, daß die Hitze
Hitziger wurde und rot alles Blaue.
Es neigte sich mit brennender Braue
Das Feuergesicht aus dem Wolkenschlitze.

Dann wurde das Knistern stärker.  Dann war das Feuer da, überall, dicht hinter                                            ihren Schwänzen, züngelnd im Grase. 
Sie strahlten in wilden Büscheln davon, strauchelten, stürzten, viele verbrannten. 
Zu den wenigen, die in der Schlucht Wasser und Kühlung fanden, 
Gehörte der Schimmel.  Es rieb sich an ihm das Fohlen die feuchte Nase.
 

[1924]
 
 
 
 
 

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