Georg
Britting
Sämtliche
Werke
- Der irdische
Tag - Band 2 Seite 48
REGENLIEDER
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NACH LANGEM REGEN
Seit Tagen regnet es, seit Wochen,
Jeder schwarze Stein ist blank
gespült,
Regenwürmer haben sich
emporgewühlt
Und die Blumen haben sich im
Gras verkrochen.
Plötzlich hört der
Regen auf zu pochen,
Einen spitzen Sonnenpfeil hab
ich gefühlt.
Augen aufwärts! Ja, zerrissen
Sind die Wolken, eine Handvoll
Himmel blaut,
Sonnenpünktchen, wie Hornissen,
Stechen meine lichtnichtmehrgewohnte
Haut.
Mückenschwärme heben
Sich vom sumpfigen Grabenloch.
Aus allen Poren dampft das liebe
Leben,
Und die Blumen, noch verkrochen
eben,
Brennend richten sie sich wieder
auf und schweben
Siegreich überm Grasgewoge
doch.