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Georg
Britting
Sämtliche
Werke
- Rabe,
Ross und Hahn - Band 2 Seite 192
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© Georg-Britting-Stiftung
- Alle Rechte vorbehalten zu
den Rechten:
Schneesturm
Erst kamen sie spärlich
geflittert von oben,
Wenige nur,
Als wollten sie ängstlich
die Tragkraft erproben
Der Lüfte für ihre
silberne Spur.
Dann wurden es viele und mehr,
Die sich drängten und drehten
und schoben
Über die Dächer her.
Erst waren es kleine, zierliche
Dinger,
Dann wurden sie breiter, fingerbreit,
größer noch,
Und war in der Leere
Des Himmels Gehetz und Gehatz,
Und jagten einander, als wäre
Dann unten nicht reichlich für
alle Platz.
Wenn ein Wind stieß dazwischen,
wild blasend,
So schäumten in weißlichen
Strudeln sie auf
Und stiegen wie rasend, und
bäumten
Hinan zu dem Turmknauf,
Und man konnte glauben, daß
Tauben
Sich schwängen hinauf.
Aber sie konnten natürlich
da oben verweilend nicht bleiben,
Nur einmal herum in der Runde
gelang es
Den Kühnsten nur knapp.
Dann zwang es
Sie abwärts zu fahren,
Und ließen sich treiben
in Scharen
Flügelgelähmten Geflatters
hinab
In die Tiefe, wo die andern
Gestürzten schon waren.
Ein Vorhang wehte dann nur mehr,
weiß wallend,
Gewoben vom Himmel zur Erd,
ohn Anfang
Und Ende, sich immer erneuernd.
Schwer hallend
Schwang da die Glocke im Turm:
Und strahlend
Fuhr aufwärts der Töne
Heilig Gedröhne
Im silbernen Schneesturm.
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