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Georg Britting
Sämtliche Werke 
- Verstreut veröffentlichte Gedichte -   Band 2   Seite 219
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Morgenritt

In der Morgenfrische steht der Gaul bereit,
Der Zügel hängt, die Bügel blitzen.
Mit einem Schwung im Sattel zu sitzen:
Wie ist die Welt weit,
Und blau von Licht und Seligkeit.

Die Wolken treiben langsam im Wind
Und spiegeln sich im Fluß,
Noch weißer fast als sie droben sind.
Ein Weiher am Wegrand dämmert blind,
Sein Wasser wie Feuer im Moor verrinnt.
Ein Graben.  Hinüber!  Im Schuß

Seh' ich drüben den Kirchturm blinken
Und im Grünen wieder versinken.
Im Wald, im rabenschwarzen Wald,
Wie dumpf jetzt der Galoppsprung hallt!
Nun Trab.  Mit goldenen Zinken

Baut sich in den Himmel die Stadt.
Die Sonne hat sich mächtig hervorgetan,
Da kommt auf dem Fluß breitbäuchig ein Kahn,
Der Äpfel geladen hat.

Die gelben Kugeln leuchten
Und rote zwischendrin.
In den Büschen ein Stampfen und Glänzen:
Kentauren, die lange verscheuchten?
Die Freunde!  Sie sind es, sie kränzen
Sich lustig die Mützen zum Tagbeginn,
Und die Pferde mit wehenden Schwänzen
Haben Rennen und Springen im Sinn
Und blähen die Nüstern, die feuchten,
Und schnauben voll Mut vor sich hin.
 
 
 
 

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