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Georg Britting
Sämtliche Werke 
- Verstreut veröffentlichte Gedichte -   Band 2   Seite 225
Kommentar S. 364
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Die freiwilligen Knaben

Als unter dem fahlen, flandrischen Licht, 
O, wie es mühsam den Nebel durchbricht!
Die ersten Granaten her rauschen,
Da heben die Knaben ihr bartloses Gesicht 
Und staunen und lauschen.

Den zwischen die Freiwilligen warf die Pflicht, 
Der jetzt mit ihnen durchs Rübenfeld kriecht, 
Der alte, gediente Landwehrmann spricht:
 »Wie lang seid ihr schon Soldaten?
Zehn Wochen?« Sie sagen: »Erraten!«

Sie sagen: »Wir sinds seit zehn Wochen.
Vor zehn Wochen ist der Krieg ausgebrochen,
Seit dem sind wir gesprungen und gekrochen
Über Acker und Wiesen und Felder,
Daheim, im Vaterland.«

Sie sagen: »Nun sind wir in Flandern, 
Mit dir und vielen andern.
Du hast zwei Jahr gedient, wir zehn Wochen, 
Sonst ist da kein Unterschied.
Aber schau, wie der Nebel jetzt flieht!
Und hörst dus?  Sie rufen: Wir stürmen!«

Und als sie dann sangen ihr großes Lied, 
Durch die Rüben stolpernd,
Und fielen hin
Und sangen im Liegen weiter,
Sang der Landwehrmann mit.

Unterm fahlen, flandrischen Licht,
Als die Granaten rauschten,
Da war sonst kein Unterschied.

Das Lied hat man weithin gehört,
Hat viele heiß aufgestört,
Die warn um die Ruhe gebracht:
So sangen die Knaben.

Und viele hörens noch heut, in der Nacht,
Wenn der Mond durch die Nebel zieht,
Das Lied, es klang über alles,
Das unsterbliche Lied.
 
 
 
 

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