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Georg
Britting
Sämtliche
Werke
- Lob
des Weines - Band 4 Seite 82
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© Georg-Britting-Stiftung
- Alle Rechte vorbehalten zu
den Rechten:
Miltenberg
Schwarze Aale schwimmen im Fluß,
das Tal und die Hänge
Glänzen von Korn und Wein,
der Pfirsich gedeiht, und die Birne
Blickt durchs Laub im gesegneten
Mainland. Steinerner Zierat
Spielt um Kirchen und Türme,
schöneren schmieden die Hähne,
Goldene Schnörkel, die
Stadt glüht, und schwarz in der kühligen Gasse
Steht der Gasthof »zum
Riesen«. Kaiser und Könige tranken
Hier schon Wein, es nippte vom
Süßen glanzäugig die bleiche
Kurtisane im starrenden Mieder,
die seidnen Prälaten
Lobten lateinisch den Weltlauf
und nahmen vom Truthahn das Bruststück –
Kundige Männer, sie wußten
das Rechte zu treffen! Verdrossner
Miene sahns die Kaufherrn, die
sträubigen Bärte sich glättend,
Und in der Ecke hob der bestaubte
Vagant seinen Schoppen
Mindern Jahrgangs und lauschte
dem Trubel, der vornehm durchs Haus sang.
Immer noch wird im Kochbuch
die Brust von jeglichem Vogel
Pfaffenschnitzel genannt: das
Neidwort ging durch die Zeiten !
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