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Was Thornton Wlder zu
diesem Gedicht schrieb

 

Georg Britting
Sämtliche Werke 
- Lob des Weines -   Band 4   Seite 118
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© Georg-Britting-Stiftung - Alle Rechte vorbehalten       zu den Rechten:

Aber der blitzdurchfunkelte Wein

Nein!  Nein!  Ach, schweigt mir!
So billig ists nicht, wie ihr meint,
Daß der Wein tut,
Ihr neunmal klugen
Vorsichtig-enthaltsamen
Wassertrinker,
Die ihr früh schlafen geht
Am nüchternen Abend
Ins weiße Bett.
Gute Nacht!

Was wißt ihr?  Nichts wißt ihr
Oder nur wenig!
Wir hörn es mit ungeduldigem
Hohn, was ihr redet -
So redet der blinde Mann von der Farbe
Und töricht,
Und das Eigentliche
Bleibt ihm Geheimnis.

Mächtig
Wölbt sich der Weinkrug,
Aus dem der
Rundumglänzende Strahl fließt,
Wie wenn aus der Wolke
Der Blitz zuckt
Und alle Höhen der Landschaft
Gewittrig erleuchtet.
Bald kommt der Sturm. 
O komm nur!
Wir, wir bestehn ihn,
Uns wirft er nicht nieder,
Nicht sein Gevatter, 
Schwarzlärmig, der Donner, 
Wir sind keine Hasen,
Die sich in die Furchen 
Gefürchtig ducken,
Wie ihr euch ins weiße
Häuslich vernünftige Bett legt.
Gute Nacht!

Vergeßt nicht die rote 
Tönerne Flasche,
Mit dem siedenden
Wasser gefüllt,
Um euch die frostblauen 
Sohlen zu wärmen!

O ihr andern Flaschen,
Burgunder, kurzhalsig und stämmig,
Die strohumflochtne
Vom Berge Chianti,
Die schlanke des Rheinweins
Und die des Bocksbeutels,
Tierischer Formung!

Auch am Tag kann man trinken,
Nicht jeder,
Wenn die Sonne zusieht,
Ein goldener
Fleck an der Wand!

Davor erschrick nicht,
Wie das Pferd
Vor der Glasscherbe scheut,
Die am Weg blitzt.
Wir wissen es besser.
Wir sehen den Gott,
Der uns zusieht.

Gnädiger Weingott,
O all ihr Götter,
Beschützt uns,
Uns, euch getreu und
Gänzlich ergeben!

Das Wasser,
Weiß und reinlich ...

Aber der blitzdurchfunkelte Wein.
 
 
 
 

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