Georg
Britting
Sämtliche
Werke
- Unter
hohen Bäumen - Band 4 Seite 179
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OBERBAYRISCHER ABEND
Neben der Hauswand,
Im Sand,
Wächst mancherlei:
Grünes Gras, und die Wegwurz,
Und die brennende Nessel ist
auch dabei.
In der Küche der kupferne
Kessel blitzt,
Wirft ein Blinken heraus,
Und die Schwalbe flitzt
Durchs weiß duftende Haus
Und fürchtet sich nicht
Vor dem Kindergeschrei –
Sie füttert ja selber im
Neste die Brut.
Auf dem Hausdach thront,
Aus Holz geschnitzt,
Ein Gemsenkopfpaar
Im schwindenden Licht.
Schon kommt der Mond
Aus dem Wald hervor,
Und der Bauer schiebt schallend
Den Riegel vors Tor –
Daß kein andrer es tut
Ist sein Hausherrenrecht!
Nun strählt sich die Magd
Das störrige Haar
Vor dem Spiegel.
Sie tuts für den Knecht.
Sie flicht sich zwei lange Zöpfe
und lacht:
In der finsteren Nacht,
Wie soll er die Schönheit
erkennen?